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Kunst

Nachbericht

Kunst extrem: takeoff stellt in den Galerieräumen des Camerloher aus

Seit der Entstehung des Förderprogramms „takeoff“ im Schuljahr 2012/13 fand sich dieses Jahr zum ersten Mal eine Gruppe zusammen, die ausschließlich aus Schülerinnen besteht. In jedem Jahr gibt das Programm besonders engagierten und interessierten Schülern aus der 8. bis 10. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, selbst Projekte zu entwickeln, zu planen und vor allem durchzuführen.

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Nachbericht

„Schreinerst du schon oder friemelst du noch?“

Im Wahlkurs Möbelbau haben sich Schülerinnen und Schüler der Unterstufe daran gewagt, ein Möbelstück aus Massivholz nach eigenen Entwürfen herzustellen. Der aufwendige Produktionsprozess der sehr ausgefallenen Schränke mit Geheimtüren und expressiver Bemalung ließen für die jungen Schreinerinnen erfahrbar werden, wie sehr sich ein Möbel als Konsumgegenstand von einem Möbel als Kunstgegenstand mit Eigenwert unterscheidet.

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Nachbericht

Pia Franzspeck gewinnt Fotowettbewerb „Natur im Fokus“

Die 13-jährige Pia Franzspeck hat ein perfektes Gefühl fürs Fotografieren. Dafür erhielt sie nun beim Wettbewerb „Natur im Fokus“ eine besondere Auszeichnung und einen nicht alltäglichen Preis. Sie darf nächstes Jahr die Fotoausstellung des „Wildlife Photographer oft he Year“ in London besuchen.

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Nachbericht

One Planet Beats - Zwei neunte Klassen gestalten Fairtrade-Shirts

„Feel the beats oft the One-Planet-Generation.“ ist das Motto dieses außergewöhnlichen Projekts, das die Klassen 9A und 9B in Zusammenarbeit mit ihrem Kunstlehrer Gerhard Schebler auf die Beine stellten.

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Nachbericht

Arschkarte - Acht Wochen, acht Installationen

Das Additum Kunst Q12 präsentierte zur Einweihung der neuen Kunsträume am Camerloher-Gymnasium Werke, die in den vergangenen eineinhalb Jahren entstanden sind. Zudem wurde der neue Galerieraum, in dem früher der Pausenverkauf der Schule untergebracht war, acht Wochen lang jede Woche von einer anderen Schülerin bespielt.

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Nachbericht

„Klappe, die fünfte!“

Gleich fünf Filmbeiträge des Camerloher haben sich für die Filmtage Bayerischer Schulen nominiert. Seinem Ruf als Brutstätte der Filmkultur hat das Camerloher-Gymnasium heuer wieder alle Ehre gemacht. In ganz unterschiedlichen Zusammenhängen entstanden eine Vielzahl so guter Filme, dass fünf davon bei den renommierten Filmtagen Bayerischer Schulen eingereicht werden konnten.

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Unterrichtsinhalte

Das Fach Kunst hat am musischen Camerloher-Gymnasium einen ganz besonderen Stellenwert. Es wird durchgängig zweistündig unterrichtet, in der Oberstufe werden jährlich Additumskurse zur Vorbereitung auf das schriftliche bzw. praktische Kunst-Abitur P-Seminare, W-Seminare und das Profilfach Film/Fotografie angeboten. Ergänzt wird das Angebot durch eine Vielzahl an Wahlkursen wie Trickfilm, Keramik, Objektbau, Bühnenbild und Malwerkstatt. Das Camerloher-Gymnasium ist Kompetenzzentrum Film und bietet den SchülerInnen ein professionelles Equipment für Dreh und Schnitt. Mit Ausstellungen innerhalb und außerhalb der Schule, der Gestaltung eines Kunstkalenders, der Teilnahme an Wettbewerben, Arbeiten im öffentlichen Raum und Filmprojekten geben unsere SchülerInnen dem regionalen Kulturleben wichtige Impulse.

Neben der tätigen Auseinandersetzung mit Gestaltung in den Bereichen Malerei, Plastik, Fotografie, Film, Bühnenbild, Layout, Design und Architektur vermitteln wir fundierte Kompetenzen in der theoretischen Auseinandersetzung mit Kunst. In der Begegnung mit Werken vor Ort, sei es in Ausstellungen, auf Architekturspaziergängen, regelmäßigen Fahrten zur documenta in Kassel, nach Rom oder zur Biennale in Venedig, können unsere SchülerInnen einen eigenen Zugang zum Erlebnis Kunst finden.

Lehrplan

Stundentafel:

Unterstufe : 5-10: zweistündig

Oberstufe:

Grundständiger Kurs: 2 Stunden

Additum: 2 Stunden

Profilfach: 2 Stunden


Lehrplan ISB-Gym8

Lehrwerke

Grundkurs Kunst 1-4, Schroedel-Verlag

Perspektiven der Kunst

Links:

Musische Gymnasien Bayern

Drehort Schule


Eine starke Gruppe geht

Zwei intensive Jahre und zwei Ausstellungen - Ein Rückblick

Ein Kunst-Additum nie da gewesener Größe (zu Beginn 21 TeilnehmerInnen, am Ende 18) hat heuer erfolgreich das Abitur bestanden. In den beiden Kursjahren war die produktive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten eine wichtige Konstante, die sich immer auch in den praktischen Arbeiten widerspiegelte.

Einen intensiven Auftakt für die Auseinandersetzung mit Werken zeitgenössischer Kunst stellte die gemeinsame Fahrt zur Biennale nach Venedig zu Beginn des ersten Kurshalbjahres dar. Das Gesehene bot im Verlauf der vier Kurshalbjahre immer wieder Anknüpfungspunkte. So wurde der Künstler Danh Vo, in Venedig zur Biennalezeit in mehreren Ausstellungsinstitutionen sehr präsent, von den Schülerinnen sogar im Abitur mehrfach als Vergleichsposition herangezogen.

Im Zuge der eigenen künstlerischen Arbeit beschäftigten sich die SchülerInnen zunächst besonders intensiv mit der Malerei auf Leinwand. Dabei wurden die Farben selbst aus Pigmenten hergestellt. Ein Schwerpunkt lag auch auf der Fotografie. Gegen Ende des zweiten Halbjahres war eine Fülle von Arbeiten entstanden, die auch nach entsprechender Präsentation verlangten, so dass kurzerhand der Entschluss gefasst wurde, den noch nicht eröffneten neuen Fahrradkeller für eine spontane Ausstellung zu okkupieren. In den Räumlichkeiten mit der rauen Anmutung wurden fotografische Arbeiten in konzentrierter Präsentation gezeigt. Unterschiedlichste Themen und Motive wurden untersucht, Blumen eingefroren und verbrannt oder Oberflächenstrukturen im Schulumfeld so detailliert aufgenommen, dass sie fast wie abstrakte Malereien wirkten. Abdrücke, die Kleidung auf die Haut gezeichnet hat wurden zum Bild oder Comicausschnitte fotografisch neu inszeniert und in ihrer drucktechnischen Oberfläche thematisiert. Die Fülle der entstandenen Arbeiten war so groß, dass die Ausstellung auch nach außen übergriff. Über der Außentür des Fahrradkellers war bald von der Straße aus ein überdimensionierter Barcode an der Schule zu sehen, der Bezug aufnahm zur vertikalen Struktur der Fenster im neuen Aulagebäude und dem gesamten Schulkomplex eine neue, subtile Komponente hinzufügte.Auch auf den Altbau griff die Ausstellung über. Hier wurden in den Gängen fotografische Arbeiten gezeigt, die sich unter anderem mit dem Thema „Körper“ beschäftigten. Im Galerieraum, dem ehemaligen Pausenverkauf, konnten auch Malerei, Zeichnung, Plastiken und eine Installation im Raum besichtigt werden.

Neben der regen Produktion praktischer Arbeiten durfte aber auch der Input nicht zu kurz kommen. So wurde das erste Additumsjahr mit zwei Exkursionen nach München abgerundet: Zunächst besuchte die Gruppe das älteste Designmuseum der Welt, die „Neue Sammlung“ der Pinakothek der Moderne. Die zweite Exkursion führte zur Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste in München, auf der traditionell zum Semesterabschluss im Sommer die Räume der Akademie geöffnet werden und Studierenden ihre Arbeiten zeigen. Sowohl in den Klassenräumen als auch im Garten gab es so viel zu sehen, dass am Abend mit großer Begeisterung ein Bällebad in der Klasse für Bühnenbild und Kostüm zur Erholung genutzt wurde.

Das neue Schuljahr brachte zunächst eine intensive Auseinandersetzung mit Architektur. Schließlich entstanden als Semesterprojekt aufwändige digitale oder gebaute Architekturmodelle. Im Zuge des letzten, sehr kurzen Kurshalbjahres, das unter dem Überbegriff „Kommunikation“ stand, zeigten die SchülerInnen noch einmal im Rahmen einer Ausstellung Arbeiten im gesamten Schulgelände. Anders als bei der letzten Ausstellung mit eher „klassischen“ Medien und Präsentationsformen handelte es sich hier um ortsbezogene Interventionen, die oft nicht sofort als künstlerische Arbeit erkennbar waren.

Zum Ende der Schulzeit setzten sich die AdditumsteilnehmerInnen mit diesem speziellen Ort auseinander, an dem sie mehrere Jahre mit so vielen Leuten gemeinsam verbracht hatten. Es entstanden unterschiedliche Arbeiten, die oft erst auf den zweiten oder dritten Blick wahrgenommen wurden und es schafften, die Wahrnehmung des Gewohnten zu erweitern, fokussieren oder irritieren. Manche Arbeiten befassten sich mit dem Schulgebäude als Ort, an dem sich täglich viele Menschen aufhalten, ihre Spuren hinterlassen und von denen jeder für sich eine ganz individuelle Geschichte mit sich trägt. Auch die Geschichte des Gebäudes, das in den letzten Jahren Bereiche verloren und neue hinzubekommen hat, beschäftigte die KünstlerInnen. Der Blick der künftigen Fünftklässler, die ihre neue Schule zum ersten Mal sehen, wurde in Zusammenhang gebracht mit dem Blick der Schüler, die im Begriff sind, das Camerloher zu verlassen. Fast archäologische Entdeckungen brachten ans Licht, dass unter den Fensterbrettern Generationen von Schülern kleine Plastiken hinterlassen haben, die schon so lange da sind, dass sie bereits mehrfach überstrichen wurden. Ein Gedanke, der vor Jahren an eine Wand geschrieben worden war, die es jetzt nicht mehr gibt, war seither nicht in Vergessenheit geraten und schien nun als Reminiszenz wieder auf.

Vielen Schülern und Lehrern fielen auch kleine und subtile Eingriffe in die gewohnte Umgebung sofort auf, so dass sich während der Dauer der Ausstellung immer wieder interessante Gespräche ergaben.

Insgesamt stellte die „Abschiedsausstellung“ einen würdigen Abschluss für zwei Jahre intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten künstlerischen Positionen dar.

Dass das erfolgreich bestandene Abitur in Kunst nicht ein Ende der regen Auseinandersetzung bedeutet, zeigt sich daran, dass bereits die nächsten Ausstellungsfahrten in Planung sind, zur Documenta nach Kassel und zur nächsten Biennale nach Venedig – diesmal ganz ohne schulischen Rahmen und nur aus eigenem Interesse.

Judith Treimer-Schebler