Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich in Jahrgangsstufe 11 in Geschichte intensiv mit dem Thema der Erinnerungskultur. In diesem Rahmen hatten Sie einen ganzen Vormittag lang die Gelegenheit, sich mit dem Attentat auf die Olympischen Spiele 1972 auseinanderzusetzen und die Erinnerungsmedien Spielfilm und Zeitzeugen zu reflektieren.
Der Vormittag startete mit dem Spielfilm "Ein Tag im September". Am 5./6. September 1972 nahmen arabische Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation "Schwarzer September" elf israelische Sportler und Trainer im Olympischen Dorf in München als Geiseln. Sie forderten, mit einem Flugzeug ausfliegen zu können. Dies wurde ihnen zum Schein gewährt, um die Geiseln am Flugplatz Fürstenfeldbruck befreien zu können. Diese Aktion missglückte, sodass am Ende alle Geiseln, ein deutscher Polizist sowie fünf der acht Terroristen tot waren. Als Soldat direkt vor Ort war Hans Völkl, Camerloher-Absolvent, der am 29. Januar seine alte Schule besuchte, um im Anschluss an den Film vor den 11. Klassen über seine Erfahrungen zu erzählen. Als die Schießerei begann, nahm er in seinem Raum im Tower Deckung, sodass er unversehrt blieb. Noch unter Schock stehend, fuhr er nachts nach Hause und hörte im Radio die Falschmeldung, alle Geiseln seien befreit worden. Eine Traumabewältigung seitens der Bundeswehr hat nie stattgefunden. Erst anlässlich der Gedenkfeiern 2022 sprach Völkl erstmals öffentlich über seine Erinnerungen und traf auch Kameraden wieder.
Im Anschluss an das Zeitzeugeninterview stellte Schulleiterin Katharina Willmski den von ihr mit konzipierten Erinnerungsort für die zwölf Opfer des Olympia-Attentats München 1972 vor, der die Erinnerung an das grausame Verbrechen wachhält und den Angehörigen der Opfer einen Ort der Trauer und des Gedenkens gibt.