Schulentwicklung

"Schulentwicklung ist eine Reise"


Auf dieser Reise namens Schulentwicklung befinden wir uns am Camerloher schon lange. Ist es doch Markenkern einer jeden Schule sich zu entwickeln und zu verändern, um so auch auf Veränderungen durch das Umfeld, die Schülergenerationen, die Elternschaft und die Lehrenden selbst reagieren zu können.

Der kanadische Didaktikprofessor Michael Fullan beschreibt mit dem treffenden Vergleich der Schulentwicklung als einer Reise den organischen Prozess der sich verändernden Schule, des neugierigen Suchens, des Staunens über unerwartete Entdeckungen oder auch der Kurskorrektur bei möglichen Irrwegen.

In zahlreichen Arbeitsgruppen wurden in den letzten Jahren Neuerungen wie die Individuelle Förderung, das Konzept zur Erziehungspartnerschaft, die Etablierung einer Gruppe zur Exzellenzförderung, die Systematisierung eines Methoden- und Kompetenzencurriculums, der Epochalunterricht oder das Offene Klassenzimmer auf den Weg gebracht. Einige dieser Maßnahmen ergaben sich aus den Zielvereinbarungen der Externen Evaluation aus dem Jahr 2012. Andere Ideen entwickelten sich aus der Unterrichtspraxis heraus.

Derzeit haben wir am Camerloher ein Schulentwicklungsprogramm, das auf drei Säulen steht. Dieses ist gemäß Vereinbarung bis zum Ende des Schuljahres 2016/2017 in den einzelnen Punkten umzusetzen und zu evaluieren. Die drei Säulen sind im Einzelnen:

Ausbau und weitere Verbesserung der individuellen Förderung

In der Unter-, Mittel- und Oberstufe haben wir zahlreiche Module zur individuellen Förderung etabliert. Diese sind beispielsweise:

  • Workshops in den Fächern Latein und Mathematik
  • spezielle Lehrersprechstunden zur individuellen Besprechung von schriftlichen Prüfungen in den Kernfächern
  • Fördermodule zum Vokabellernen in den Fremdsprachen
  • Crashkurse für die Oberstufe zur Abiturvorbereitung in den Fächern Deutsch und Mathematik

Diese Fördermodule sind stetig auf dem Prüfstand, werden evaluiert und bei Bedarf modifiziert. Des Weiteren bemühen wir uns, die Verzahnung zwischen der den Fachunterricht abhaltenden Lehrkraft und der Lehrkraft, die das Fördermodul leitet, zu optimieren.

Entwicklung eines Kompetenzen-Curriculums

Mit dem Beginn dieses Schuljahres 2015/2016 konnte allen Schülerinnen und Schülern in der 5. und 6. Jahrgangsstufe ein Kompetenzen-Curriculum überreicht werden, das im Jahr davor von zahlreichen Lehrkräften entwickelt wurde. Neben allgemeinen Ratschlägen und Grundsätzlichem zum Lernalltag führt das Heft verbindliche Grundfertigkeiten an, die sich aus dem Fachunterricht in der 5. und 6. Jahrgangsstufe generieren. Das Heft dient als Zusammenschau und Wiederholungsmöglichkeit, um beispielsweise Gelerntes zum Referieren, zum Vokabellernen, zum sinnerfassenden Lesen oder zum Recherchieren aufzufrischen.

Im kommenden Schuljahr soll das Kompendium mit einem Kompetenzen-Curriculum für die 7. und 8. Jahrgangsstufe weitergeführt werden. Zentrale Kapitel darin werden das vertiefte Recherchieren unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Medien und die Medienkompetenz sein.

Weiterentwicklung der Unterrichtsgestaltung

Eine Erprobung der Weiterentwicklung des Unterrichts geschieht auf der Basis neuer Organisationsstrukturen in der Unterstufe.

Dazu werden gemäß des Schulentwicklungsprogramms zwei Neuerungen, die bereits im dritten Schuljahr bei uns laufen, weiterentwickelt und angepasst.

Das ist zum einen der Epochalunterricht in den Fächern Geschichte und Geographie, der in diesem Schuljahr 2015/2016 erstmals in allen vier 7. Klassen eingeführt wurde. In diesem Projekt geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler in dieser Jahrgangsstufe blockweise jeweils Geschichte oder Geographie in vier statt in zwei Wochenstunden unterrichtet werden und dann nach Beendigung des Blocks das andere Fach gleichfalls vier Stunden pro Woche haben. Durch diese Staffelung liegt der Fokus jeweils bei einem der beiden Nebenfächer, das so eine intensivere Betrachtung erfährt. Die positiven Rückmeldungen von Schüler- und Elternseite aus als auch die guten Erfahrungen von Seiten der unterrichtenden Lehrkräfte machten trotz erheblicher organisatorischer Herausforderungen Mut, den Versuch im nächsten Schuljahr auf eine weitere Jahrgangsstufe mit zwei anderen Fächern auszuweiten.

Und das ist zum anderen das Offene Klassenzimmer, welches für die 5. und 6. Jahrgangsstufe etabliert wurde. Dieser zusätzliche Raum bietet den Lehrkräften die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler freier arbeiten zu lassen. Das mag die Arbeit in einem Lernzirkel sein oder das eigenständige Lernen mit Freiarbeitsmaterialien. Aufgrund der variablen Einrichtung kann der Raum auch für Gesprächs- und Diskussionsrunden, für Stillarbeitsphasen oder für einen kreativen Umgang mit einer Lektüre sehr flexibel genutzt werden. Im Zentrum steht dabei (fast immer) das selbstständige Herangehen der Schülerinnen und Schüler an den Lernstoff. Um gewährleisten zu können, dass gerade bei unseren Jüngsten eine breite Methodenvielfalt den Unterrichtsvormittag bunt und abwechslungsreich werden lässt, soll in der Zukunft der Materialpool insbesondere in den Kernfächern durch Lehrerteams noch weiter ausgebaut werden. Außerdem wird angestrebt, durch innenarchitektonische Veränderungen den offenen Charakter des "Offenen Klassenzimmers" noch stärker zu betonen.

Steuergruppe der Schulentwicklung

Schulentwicklung ist ein nachhaltiger und kontinuierlicher Prozess, in welchem versucht wird, den Anliegen und Bedürfnissen von Schülern, Eltern und Lehrern so gut wie möglich gerecht zu werden und den Mikrokosmos Schule für alle Beteiligten im Rahmen des Möglichen positiv zu gestalten.

Was recht einfach klingt, beinhaltet doch ein Fülle an Aufgaben. Um der Komplexität an Kommunikations- und Koordinationsaufgaben adäquat begegnen zu können, entstand im Schuljahr 2015/2016 die Idee, am Camerloher eine Steuergruppe für die Schulentwicklung zu etablieren. Am 02.03.2016 wurde in der Lehrerkonferenz die Mitgliederwahl durchgeführt. Folgende vier Vertreter des Kollegiums wurden gewählt:

  • Frau Balzhäuser
  • Frau Ernst
  • Herrn Gottfried
  • Herrn Schmölz

Herr Hollstein ist als Vertreter des Örtlichen Personalrates Mitglied in der Steuergruppe.

Frau Betz und Frau Hatzinger waren von Anfang an als Mitglieder der Erweiterten Schulleitung in der Steuergruppe gesetzt.

Frau Bliese und Herr Spanrad nehmen, wenn zeitlich möglich, an den Sitzungen der Steuergruppe teil.

Die Aufgaben der Steuergruppe liegen in der Anfangsphase zum einen darin, die im SEP beschriebenen Maßnahmen zu begleiten und, wo nötig, mit neu hinzukommenden Impulsen oder Arbeitsgruppen zu koordinieren. Zum anderen erfolgt ein steter Kommunikationsaustausch in alle drei Ebenen der Schulgemeinschaft, also hin zu den Kollegen, den Schülern und den Eltern.

Auf längere Sicht ist auch ein schrittweises Einbeziehen der Schülerinnen und Schüler und der Eltern in den gesamten Schulentwicklungsprozess für die Zukunft geplant. Mögliche Foren des Gedanken- und Ideenaustauschs werden derzeit diskutiert.