Ein Animationsfilm aus dem Camerloher-Gymnasium in riesiger Projektion am Marienplatz Freising
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Modern Studio Freising e.V

Zur langen Nacht der Demokratie 2026 war am 2. Oktober erneut der Animationsfilm „Fluid“ prominent auf dem Stauberhaus, in dem sich das Bürgerbüro befindet, zu sehen.

Das Filmprojekt war bereits 2021 im damaligen Additum Kunst der Q11 unter Leitung von Judith Treimer-Schebler für die Lange Nacht der Demokratie 2021 entstanden, wo der Kurzfilm ebenfalls auf der Fassade des Bürgerbüros gezeigt wurde. Den Anstoß hatte damals der Kulturverein Modern Studio Freising gegeben mit der Einladung, einen Beitrag für die lange Nacht der Demokratie zu erarbeiten. Anna Hannus, Lilly Kwirandt, Elisabeth Thalhammer, Hannes Rühl, Louis Stojan, Clara Stragies und Silja Ziegler hatten hunderte kraftvolle Kohlezeichnungen mit blauen, „fließenden“ Elementen erstellt, digital animiert und vertont, so dass schließlich ein ca. fünfminütiger Animationsfilm mit dem Titel „FLUID“ entstand.

Auch in diesem Jahr war es ein Erlebnis, zu sehen, wie die Fassade des Rathauses fast in tosenden blauen Wellen untergeht, aus denen sich schließlich ein kleines Boot hocharbeitet und zu neuen Ufern entschwindet. In einem anderen Filmabschnitt verfolgen die Zuschauer den unsicheren Zustand mit, ob ein großer Eisblock, der über züngelndem Feuer schwebt und dadurch zu tropfen beginnt die zerstörerische Kraft unter ihm löschen wird oder ob er schließlich selbst vergehen wird. In einer weiteren Filmsequenz lässt aufkommender Wind Fensterläden zuschlagen. Im Inneren scheint man geschützt durch die bedrohlichen Elemente von außen. An unerwarteten Stellen dringen aber nach und nach Tropfen ein und die Situation verändert sich.

In den einzelnen Abschnitten werden unterschiedliche Blicke auf die Demokratie als einen nicht gesicherten Zustand, sondern als einen immer unvollendeten Prozess geworfen: Wie kann das Bekannte und Bestehende wieder in Fluss geraten, damit die demokratische Kraft nicht verloren geht? Diese Frage besitzt inzwischen sogar noch größere Aktualität als zur Entstehungszeit des Films vor erst wenigen Jahren.

Judith Treimer-Schebler